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Artikel vom 23. Februar 2010, Quelle/Urheberrecht: Mindener Tageblatt

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Artikel vom 24. September 2009, Quelle/Urheberrecht: Mindener Tageblatt

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Das Leben nach dem letzten Tag

Von Monika Jäger

Minden (mt). Der Beamte Ralf Thiele und die Krankenschwester Nina Schneider (Name geändert) wären sich vermutlich nie begegnet. Doch jetzt helfen sie einander, einen sehr ähnlichen Schicksalsschlag zu bewältigen.

Beide hatten einen Schlaganfall, beide sind noch jung - viel jünger, als man landläufig bei dieser Krankheit vermuten würde. Etwa zehn Prozent aller Schlaganfallbetroffenen gehören dieser Altersgruppe bis 45 Jahre an, bis zu 150 Schlaganfallpatienten dieses Alters kommen pro Jahr ins Mindener Johannes-Wesling-Klinikum.

Nina Schneider (38) hat ein ansteckendes Lächeln und sprechende Augen. Sie benutzt beim Reden lebhaft ihre linke Hand, um das Gesagte zu unterstreichen. Die Rechte bewegt sie kaum. Denn das Blutgerinnsel im Gehirn hat ihr vor elf Jahren nicht nur die Beweglichkeit der rechten Seite genommen, sondern auch die Sprache.

Doch sie hat gekämpft - um ihre Lebensqualität, um ihren Alltag, ihre Selbstständigkeit. Monat um Monat, Jahr um Jahr, mit Übungen, Trainings, Disziplin. Sie kann sich ihre Kräfte und Fähigkeiten gut einteilen. So ist es heute einfach, mit ihr zu reden. Sie versteht es, die wenigen Worte zu wählen und - oft nach Pausen - kurze, aussagestarke Sätze zu formulieren. Denn im Kopf, da ist so vieles, was sie sagen möchte.

Das mit dem Reden war anders, als die gelernte Krankenschwester mit 27 nach dem sehr schweren Schlaganfall aufwachte. „Roland, Roland, Roland“ war alles, was sie herausbrachte. Roland, das war damals ihr Lebenspartner. Einen Monat lang konnte sie nichts anderes sagen. Irgendwann sei dann auch „Oma“ als Wort dazu gekommen. Sie war rechts gelähmt, musste im Rollstuhl sitzen. Sechs Monate lang dauerte das motorische Training, dann konnte sie wieder ohne Stock laufen. Drei Jahre blieb sie in der Spezialklinik in Hessisch-Oldendorf, bis sie allein mit ihrem Leben fertig werden konnte. Ihr Leben lang wird sie nun weiter trainieren müssen - und darf nicht nachlassen.

Kochen, Reiten und Computerspiele

Aber seit fünf Jahren fährt sie wieder Auto - extra umgebaut für sie. Sie mag Kochen und Computerspiele - auch wenn „Brötchen schneiden Schwerstarbeit ist“, geht reiten und regelmäßig zur Therapie. Doch manchmal hat sie Angst vor der Zukunft.

Da hilft es dann, mit anderen zu sprechen, denen es ähnlich geht. Und weil die Lebenssituation junger Schlaganfallpatienten oft so ganz anders ist als die älterer Betroffener, hat Michaela Woicke vom Schlaganfallbüro Minden-Lübbecke einen Stammtisch für junge Schlaganfallpatienten einberufen. Der trifft sich regelmäßig, etwas, was Nina Schneider sehr wichtig findet. Hier kann sie sich austauschen mit anderen - etwa Ralf Thiele.“Es war einmal eine gesunde, glückliche, Familie“, erzählt der 42-Jährige. „Die hattte gerade ein Haus gebaut. Vier Wochen nach dem Richtfest, es war ein heißer Sommertag, hat es bei mir eingeschlagen.“ Das war am 26. August 2003, Thiele war 36, ein Tag, den er niemals vergessen kann. „Es kribbelt“ - dass er das gesagt hat, weiß er noch.

Die nächste Erinnerung ist zwei Monate später. Da war er in der Klinik. Links gelähmt. Auch er musste nach dem Schlaganfall zunächst im Rollstuhl sitzen. Sechs Monate arbeitete er in der Rehabilitation an sich. Und wie es so erzählt, scheint deutlich: Er wollte das Schicksal zwingen. Immer und immer wieder versuchte er später beispielsweise, der linken Hand Beweglichkeit abzutrotzen. Als Justizbeamter hatte er am Computer und an der Tastatur gearbeitet. Er wollte das weiter machen, möglichst wie vorher.

Dass er stattdessen in Pension geschickt wurde, ärgert ihn heute noch. Da war das Haus, die Kinder, die Familie. Das alles wollte er retten in die Zeit nach dem Schlaganfall, und der Weg dahin führte für ihn über seine Arbeit. Depressionen und Traurigkeit - häufige Folge von Schlaganfällen - seien da schlicht nicht infrage gekommen, sagt er.

Arbeitsplatz behindertengerecht

Er klagte auf Weiterbeschäftigung - und war erfolgreich. Inzwischen ist sein Arbeitsplatz behindertengerecht umgebaut, und wenn er erzählt, dass er „nach zweieinhalb Jahren von Null auf 100“ wieder eingestiegen ist, dann klingt dabei Stolz, aber auch ein Stück Bitterkeit mit. „Am liebsten wäre ich wieder so wie vorher“, sagt er einmal.

Seine Erfahrungen beschäftigen ihn sehr. Gern würde er ein Buch über sein Leben schreiben - wofür die Zeit fehlt. Gern würde er vor allem seiner Frau mehr helfen - „sie muss ja alles regeln!“, aber da habe er „keine Chance.“ Er hat auf der Suche nach Möglichkeiten, sich zu Hause nützlich zu machen, unter anderem einen Kochkurs belegt und ist stolz auf den gepflegten Garten. „Aber sie, sie wirbelt in einer anderen Welt. Ich bin dafür viel zu langsam.“ Gerne würde er wieder Auto fahren. Aber der Umbau ist teuer.

Zu den Treffen der Gruppe, da muss er allerdings nicht den Bus nehmen. Meist nämlich holt ihn Nina Schneider ab.

Info: Schlaganfallbüro Minden-Lübbecke, Michaela Woicke, Telefon (05 71) 3 86 99 43. Treffen: Montag, 5. Oktober, 19 Uhr, Begegnungsstätte Küster Kümpers, Bismarckstraße 51.


Artikel vom 9. Oktober 2009, Quelle: Deister- und Weserzeitung (Dewezet)
Zurück ins Leben

Von Johanna Landeck

Hessisch Oldendorf. Blass und weich ruhen die Hände in ihrem Schoß. Reglos. Der kurz geschorene Kopf liegt zur Seite geneigt auf der Halsstütze ihres Rollstuhls. Die Augen geschlossen – wie jeden Tag. Es begann mit starken Kopfschmerzen. Diagnose Hirnblutung. Nun liegt sie im Wachkoma. Anna Taube (Namen der Patienten von der Redaktion geändert) ist Patientin in der Neurologischen Klinik in Hessisch Oldendorf. Die BDH-Klinik ist eine Rehabilitations- und Akutklinik und Lehrkrankenhaus der MHH in Hannover. 150 Pflegekräfte arbeiten gemeinsam mit Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern in dem großen Klinikkomplex, jeden Tag mit dem Ziel, die Patienten nach ihren Schicksalsschlägen ein selbst bestimmtes Leben in Familie und Beruf wieder möglich zu machen. Die Pflege kranker Menschen ist ein 24-Stunden-Job. Jede Kleinigkeit wird penibel dokumentiert. Alle Patienten erhalten bei ihrer Einlieferung einen individuellen Therapieplan. Je nach Krankheitsgrad werden sie unter anderem in der Ergotherapie, kognitiven Frührehabilitation und in der Physiotherapie betreut. Bei der Körperpflege werden die eigenen Hautcremes benutzt, das eigene Parfüm aufgetragen. Früh sollen sie kleine Aufgaben selbst erledigen, wie einen Rasierapparat aus eigener Kraft halten.
Anna Taube ist seit sechs Wochen auf der Überwachungsstation. Weil sie kreislaufstabil ist, kann sie im Rollstuhl herumgefahren werden. „Von morgens bis nachmittags haben die Patienten ihre Therapiesitzungen“, erklärt Schwester Viola, Stationsleitung. „Das ist natürlich sehr anstrengend für sie.“
Die Ü2, ein weiter weißer Raum, mittendrin ein großer Schreibtisch. Bunte Hefter und Ordner reihen sich auf den Regalen; die Patientenakten. Es riecht nach Kunststoff und Desinfektionsmittel. Ein älterer Herr sitzt im Rollstuhl an der gegenüberliegenden Wand. Sein Blick ist an die Decke gerichtet, der Mund halb offen. Ob er seine Umgebung wahrnimmt? „Ganz bestimmt“, meint Schwester Viola, „es gibt die landläufige Meinung, dass Menschen im Wachkoma nichts mitbekommen. Aber so ist es nicht. Viele Patienten hören schon nach kurzer Zeit wieder und es regt sich was. Das ist dann ganz großartig.“
Es herrscht geschäftiges Treiben. Pfleger und Schwestern in grünen Kitteln und weißen Latschen eilen umher, über ihnen das Neonlicht. Trotz der Hektik ist Zeit für ein kleines Späßchen hier, ein liebevolles Wort zu einer Patientin dort. 9.30 Uhr, Therapiebeginn für Anne Taube. Schwester Viola schiebt den schweren Rollstuhl durch die breiten Gänge des Klinikums. Langsam sinkt der kleine Kopf zur Seite. Durch die fast durchsichtige Haut schimmern die bläulichen Adern der Schläfen. Sacht schiebt ihn die Schwester wieder zurück. Die Ergotherapie erinnert an den Raum in einer Vorschule. Grüne Topfpflanzen stehen auf den breiten Bänken der Fenster, durch die sich langsam die Sonne schiebt. Auf Holzregalen sammeln sich bunte Gummiringe und Boxen mit allerlei Kleinigkeiten wie Pinsel und Werkzeuge. Auch hier sind die Wände weiß, doch dazwischen hängen bunte Bilder. Die Therapeutinnen tragen keine Kittel. Bis zu 30 Patienten am Tag werden hier halbstündig betreut.
Vor einem der Patienten steht ein halb fertiger Strohkorb auf dem Tisch. Er soll ihn weiter flechten. Eine einfache Motorikübung. Es klappt schon ganz gut, dann ein Fehler. Veronika Scharte, stellvertretende Abteilungsleiterin der Ergotherapie, hilft nach und beginnt dann die Sitzung mit Anna Taube. Ihre Augen sind noch immer geschlossen. Veronika beginnt mit leiser, deutlicher Stimme zu sprechen. Anna Taube soll versuchen, die Therapeutin anzusehen. Lange geschieht nichts.
Viel Lob und aufmunternde Worte.

Die Hände liegen schlaff auf dem Kissen in ihrem Schoß. Schläft sie? Die Therapeutin streicht ihr mit etwas Druck über die Oberarme. Immer wieder animiert sie sie dazu, die Augen zu öffnen. Endlich ein Erfolg. Es folgen Lob und aufmunternde Worte. Nun soll die Patientin ihr rechtes Bein zeigen, ihren Bauch, ihren linken Arm. Ein Zittern läuft durch die hellen Fingerkuppen. Dann schiebt sich langsam die rechte Hand zu den richtigen Gliedmaßen. Anstrengung. Die schweren Lider senken sich erneut. Wieder wird sie ermutigt, die Augen zu öffnen. Doch sie bleibt still sitzen, den Kopf zur Seite gedreht. Nach einer halben Stunde wird Anna Taube von Schwester Viola abgeholt.
Eine kurze Besprechung mit der Therapeutin: „Ja, es ist nicht einfach, aber sie kämpft. Anfangs konnte sie sich überhaupt nicht regen.“ Die Schwester schiebt den Rollstuhl in das Zimmer von Karin Scheunemann, Therapeutin für die Kognitive Frührehabilitation. Auch in diesem Raum gibt es eine Kiste mit allerlei Utensilien. Massagebälle und Rasseln. Karin lächelt und begrüßt die Patientin mit einer freundlichen Stimme, schiebt sich den langen, grauen Zopf über die Schulter. Noch jemand ist im Raum. Eduard Klinge, ein älterer Herr und weiterer Komapatient, wird mit dem Rollstuhl an den hohen Holztisch gefahren. Als Karin von seiner Entlassung im Mai spricht, öffnet er plötzlich die Augen. Die Therapeutin lacht und freut sich über seine schnelle Reaktion, dann beginnen die Übungen. Er soll ihre Hand halten und zugreifen. Es stellt sich kein richtiger Erfolg ein. Geduld ist gefragt. Lange hält sie seine Hand und spricht mit ihm. „Manche sagen schon nach einigen Sekunden, die Patienten reagieren einfach nicht. Aber da muss man eben warten und es weiterversuchen. Viele Reaktionen erfolgen wegen der Hirnverletzung stark verzögert.“ Statt Tadel gibt es Ermutigungen, Lob wenn etwas klappt
„Einmal habe ich ihm ein Bild von einer Baustelle gezeigt. Darauf waren Bagger und Maschinen. Auf dieses Foto hat Eduard Klinge sehr gut reagiert. Seine Frau erzählte mir später, dass das früher sein Beruf gewesen sei. Darum lassen wir die Angehörigen zu Beginn einen Bogen ausfüllen mit Informationen über das Leben vor dem Wachkoma.“ Auch Anna Taube macht nun kleine Übungen. Die Therapeutin bittet sie, ihre rechte Hand zu heben. Leicht zittern ihre Finger wie die durchsichtigen Flügel einer Libelle, dann hebt sie die Hand. Kleine Zeichen, für Außenstehende möglicherweise nichtssagend und dennoch ein Zeichen, dass sie versteht. „Ich stelle Ihnen nun einige Fragen und gebe Ihnen zwei Antwortmöglichkeiten. Wenn sie ‚ja‘ meinen, dann halten sie ihren Daumen hoch, in Ordnung?“ Anna Taube bleibt reglos, gesenkte Augenlider. „Wir suchen zusammen die Hauptstadt von Deutschland. Meinen Sie, dass das Dresden ist? Oder ist die Hauptstadt Berlin?“ Anna Taube hebt ihren Daumen. Die Bewegung ist kaum mehr als eine zarte flatternde Geste. Es folgt eine halbe Stunde Gymnastik. Dann wird sie zurück in ihr Krankenbett gebracht. Zum Ausruhen. Mit viel Durchhaltekraft wird Anna Taube vielleicht irgendwann wieder für sich selbst sorgen können. Der Kampf um das Leben der Menschen in der BDH-Klinik geht weiter. Jeden Tag. Denn „nur durch die Hoffnung bleibt alles bereit, immer wieder neu zu beginnen“ (Charles Péguy).





Martin54 berichtet als Patient, 28.08.2009:
Ich war drei Wochen zur Anschlussheilbehandlung nach einer Tumor-OP im Kopf in der Klinik. Die Aufnahme war freundlich, das Therapieangebot meinem Krankheitsbild entsprechend ausgewählt, bzw. meinen Wünschen und Einschätzungen nach abgestimmt. Insgesamt herrscht in der Klinik eine angenehme Betriebsatmosphäre, die sich auch auf das Umgehen mit den PatientenInnen überträgt. Angenehm aufgefallen ist mir, dass alle mich behandelnden TherapeutenInnen meinen freiwillig ausgefüllten Sozial-Fragebogen kannten, aufmerksam gelesen hatten und bei der einen oder anderen Gelegenheit das Gespräch zu den von mir gemachten Aussagen suchten. Somit ergab sich auch eine persönliche Atmosphäre und nicht nur eine reine „Arbeitsbeziehung“. Ebenso gefiel mir in allen Therapieangeboten das Prinzip des „Fördern und Fordern“. Wobei alle Therapeuten, im neuropädagogischen, im physiotherapeutischen wie auch im arbeitstherapeutischen Bereich für Hilfestellungen und Fragen offen waren.
Erwähnenswert ist auch der Zimmerservice mit Bettwäsche- und Handtuchwechsel 2x wöchentlich sowie das „hauseigene Essen“. Es ist schon zu merken, dass im Hause gekocht wird und aus 4 Menüs zu wählen ist.
Ebenfalls gut gefallen hat mir der Freizeittreff, als Treffpunkt nach den „Anwendungen“ mit Spiel und Spaß. Besonders gelungen auch die Einbeziehung aller PatientenInnen, egal welcher körperlicher Einschränkung auch immer. So vergingen die Abende bei Spiel und guter Laune wie im Flug, Danke!




Artikel vom 10. August 2009, Quelle: Schaumburger Zeitung
Sozialministerin sucht vor Ort
den Patienten-Kontakt

Hessisch Oldendorf (ah). Ein dunkler Wagen mit Rotenburger Kennzeichen hält kurz vor der BDH-Klinik, der nach ihrem Träger Anfang des Jahres umbenannten Neurologischen Klinik in Hessisch Oldendorf. Ganz unspektakulär beginnt so der Besuch der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Mechthild Ross-Luttmann, und ihres persönlichen Referenten, Dr. Andreas Ebel. Sicherheitsvorkehrungen sind nicht erkennbar – „die werden nur bei einem Besuch des Ministerpräsidenten getroffen“, gibt Uwe Janosch, Geschäftsführer der Klinik, preis.


Hintergrund dieses Termins ist, der Ministerin die Klinik vorzustellen. Erhofft wird eine Berücksichtigung in dem auf drei Jahre angelegten aktuellen Krankenhausinvestitionsprogramm des Landes in Höhe von insgesamt 360 Millionen Euro. Geplant ist, die Intensiv-Kapazitäten von bisher 13 auf 25 Plätze zu erhöhen; schließlich sei die Warteliste lang, so Janosch.

Er begibt sich mit dem Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer, dem ärztlichen Direktor Jens D. Rollnik und den beiden Gästen auf einen Rundgang. Professor Rollnik hat seinen weißen Kittel nicht gegen ein Jackett eingetauscht, und auch andere Klinikmitarbeiter gehen ganz entspannt mit dem Besuch aus der Landesregierung um.

Auf der modern ausgerüsteten Intensivstation begrüßt Oberarzt Dr. Andreas Bertomeu die Ministerin. Ruhig und völlig unaufgeregt berichtet er von der Arbeit auf der Station, auch von Problemen. „Sie üben ja schon wieder, sehr schön!“, ruft Mechthild Ross-Luttmann plötzlich einer Patientin zu. Ihre Augen sind überall, bei den Gesprächspartnern ebenso wie bei den Patienten, die sie freundlich grüßt. Multiresistente Keime sind ein Thema, das dem Oberarzt unter den Nägeln brennt. Patienten in drei der sechs Intensivräume liegen aus diesem Grund momentan isoliert, können nur unter Einhaltung strengster hygienischer Vorkehrungen behandelt werden. Die Gesundheitsministerin hört aufmerksam zu, informiert sich, wechselt dann mit der Stationsleitung persönliche Worte über die schwere körperliche Arbeit und die hohe Verantwortung. Mit Händedruck verabschiedet sie sich von den Mitarbeitern der Station. Weiter geht es zur Überwachungsstation, um die Fläche zu zeigen, an die angebaut werden soll.


Gute Aussichten für Intensivstationsanbau

„Unsere Patienten möchten am liebsten auf Station 2“, erzählt Rollnik auf dem Weg nach oben. Dort, wo früher sein Zimmer lag, sind nach umfangreichen Umbauarbeiten helle, modern ausgestattete Zimmer entstanden. In der Holzwerkstatt informiert sich Mechthild Ross-Luttmann bei Tischlermeister Sadlau über den Erfolg seiner Reha-Maßnahmen. Physiotherapeut Marc Harenkamp führt die kleine Gruppe vorbei an Patienten auf Ergometern, Laufbändern und Behandlungstischen. In einem Nebenraum wartet Maximilian auf seine Therapie an der Kletterwand. Als 16-jähriger hatte er einen schweren Rennradunfall und war über ein Jahr stationär in der BDH-Klinik. Nun kann er dort ambulant weiter therapiert werden. Die Ministerin unterhält sich mit dem Jugendlichen, legt ihm die Hand auf die Schulter und sagt: „Wenn Sie wieder draußen Rad fahren können, müssen Sie mich unbedingt anrufen“, und überreicht ihm ihre Karte. Hier ein Händedruck, da ein „Guten Tag“ – die Ministerin sucht auf dem Weg durch die Klinik immer wieder Kontakt zu Patienten.

Während ihr Referent am vorgefahrenen Wagen mehrmals auf die Uhr blickt, unterhält sie sich noch. „Für mich ist es wichtig, bei so einem Besuch mit Mitarbeitern und Patienten ins Gespräch zu kommen“, erklärt sie und fügt hinzu: „In dieser Klinik habe ich erlebt, dass die Patienten im Mittelpunkt stehen.“

Und der Anbau, die Erweiterung der Intensivstation? „Erstmal möchten wir Sie bei der Planung unterstützen“, sagt Mechthild Ross-Luttmann. Und dann? „Es sieht gut aus“, meint sie, bevor sie sich von allen persönlich verabschiedet.

Aus dem anberaumten einstündigen Besuch sind mehr als 90 Minuten geworden.

Tischlermeister Sadlau (linkes Foto) informiert Otto Deppmeyer und Mechthild Ross-Luttmann über die Rehabilitationsmaßnahmen in der Holzwerkstatt. Die Sozialministerin erfährt im großen Physiotherapiebereich bei Marc Harenkamp (re.) vieles über verschiedene Trainingsmethoden.


Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann mit Maximilian, einem jungen Patienten, der nach einem schweren Fahrradunfall gemeinsam mit seinem Vater zur ambulanten Therapie kommt. (Fotos: ah)







Artikel vom 11. Juni 2009, Quelle: Schaumburger Zeitung
Er hat schon vor
dem Zieleinlauf gewonnen

Rinteln (wm). Vor eineinhalb Jahren hat Jürgen Adalberts einen Schlaganfall erlitten. Adalberts ist 49 Jahre alt und für ihn wahr geworden, was man eigentlich nicht glauben will, was man in Medizin-Sendungen im Fernsehen häufig zu sehen bekommt, was aber jeder verdrängt – nämlich, dass ein Schlaganfall keine Krankheit der Greise ist, sondern dass einen in jedem Alter treffen kann.


Halbseitig gelähmt und die Sprache weg

Jürgen Adalberts wird am Sonntag am Fünf-Kilometer-Lauf beim Rintelner Citylauf, dem Volksbanklauf, teilnehmen. Es ist eine Geschichte, die auch Ärzte staunen lässt. Geschafft hat es Adalberts mit eisernem Willen, der Unterstützung seiner Familie, einem guten Freund, Ronald Koch, genannt „Ronny“, der glücklicherweise Physiotherapeut ist und einem weiteren Fachmann für Fitness, Jochen Siekmann. Dreimal in der Woche, ab morgens 7 Uhr, trainiert Adalberts im Fitnessstudio Go Sports in der Bäckerstraße.

Es ist Ende Januar vor eineinhalb Jahren passiert, einen Tag nach Adalberts Geburtstag. Der Arbeitstag war stressig, erzählt Adalberts, es habe viele eilige Reparaturen gegeben, dazu Ärger im Geschäft: „Wir saßen beim Abendbrot und plötzlich lag ich unter dem Tisch und meine Frau hat erschrocken wie erstaunt gefragt, was machst du da?“

Blutung im Stammhirn, werden die Ärzte im Klinikum Minden ihm später erklären, die klassische Diagnose. Zum Glück hat seine Frau sofort den Notarzt gerufen, denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Entsetzlich sei, erinnert sich Adalbert, man bleibt bei vollem Bewusstsein, erlebt alles mit, ist völlig hilflos und kann sich nicht artikulieren, weil von der Sprache nur ein unartikuliertes Grunzen übrig geblieben ist.

Adalbert war halbseitig gelähmt, die Sprache war weg, sein rechter Arm klemmte schräg vor seiner Brust, „es war kein Teil mehr von mir“. Doch schon vom ersten Tag an wollte er sich nicht geschlagen geben. Er habe sich den Flur entlang gequält, um zum Klo zu kommen: „Ich wollte auf keine Bettpfanne, konnte mich aber auch nicht verständlich machen.“

Dann besuchte ihn sein Freund Ronny, der Physiotherapeut und macht ihm Mut. Adalberts wird vorzeitig entlassen und kommt im Mai in die Rehaklinik nach Hess. Oldendorf. Auch das sei für ihn ein Glücksfall gewesen, sagt er heute, er habe sich keine kompetenteren Fachleute wünschen können – und von da an geht es aufwärts.

Er lernt, dass es ausschließlich eine Sache des Willens ist, erst den Daumen, dann die Hand zu bewegen, „das ging nur über den Verstand.“ Und er übt, tausendmal und mehr, immer dieselbe Bewegung. Er hat sein erstes Erfolgserlebnis, als es ihm gelingt, einen Ball auf einem Brett kontrolliert weiter zu rollen.

Und dann kommt die Sprache wieder. Er soll neun mal neun rechnen und tippt 99 in den Computer, der sagt „falsche Antwort“ und Adalberts grübelt, warum 99 nicht stimmt: „Ich habe praktisch mit allem wieder von vorn anfangen müssen“.

Der Physiotherapeut läuft an seiner Seite

Zurück zu Hause fängt er an bei Go Sport zu trainieren, die Muskeln wachsen wieder, die Beweglichkeit, bald kann er mit den Fingerspitzen in der Rumpfbeuge wieder den Fußboden berühren: „Er ist ein Kämpfer“, sagt Ronald Koch und deshalb sei bald die Idee entstanden, beim Volksbanklauf zu starten: „Man muss ein Ziel haben“. Und man sieht es nicht, wenn Adalberts den Gang des Studios entlangjoggt, dass der Bewegungsablauf noch nicht hundertprozentig stimmt, aber Ronny hört es – am Takt der Schritte.

Ronald Koch wird seinen Schützling selbstverständlich auf dem Lauf begleiten und sagt wie nebenbei zum Abschied: „Ich brauche ihn dabei auch!“ Ronny ist nämlich fast blind. Er sieht außer vagen Umrissen nichts mehr.

Wenn die beiden dann am Sonntag an den Start gehen, ist das der Sieg des eisernen Willens, sich nicht dem Schicksal geschlagen zu geben.


Jürgen Adalberts, Ronald Koch und Studioboss Jochen Siekmann, der ebenfalls am Sonntag dabei ist, auf dem Laufband im Go Sports in der Bäckerstraße. (Foto: wm.)


Helmut Glanz berichtet als Patient, 03.02.2009:

Sehr geehrter Herr Professor Rollnik !

Auf diesem Wege möchte ich mich bei Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die gute Versorgung in Ihrem Hause bedanken.
Mein Dank gilt sowohl dem medizinischen Personal (Ärzte, Schwestern, Pfleger), wie den Therapeuten der verschiedenen Fachrichtungen und natürlich auch den Mitarbeitern der Badeabteilung.

Aufgrund der guten Betreuung bin ich schnell wieder auf die Beine gekommen.
Mit kleinen Einschränkungen fühle ich mich zuhause sehr wohl. Ich bin überzeugt, dass sich mein Gesundheitszustand in den nächsten Wochen weiter bessert.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen und Ihrem Hause alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Glanz


Artikel vom 19. Januar 2008, Quelle: Neue Presse
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Artikel vom 20. April 2008, Quelle: www.weserbergland-nachrichten.de:




Artikel vom 9. August 2008, Quelle: Deister- und Weserzeitung (Dewezet), Autorin: Edda Dreyer:
Till Hörstermanns Kampf
zurück ins normale Leben

Rühler leidet an der seltenen Nervenkrankheit GBS

Rühle (dy). „Till kämpft sich ins Leben zurück“, ist Erika Hörstermann
froh, dass ihr 42-jähriger Sohn nie den Mut aufgegeben hat.
Till Hörstermann leidet an dem Guillain-Barré Syndrom (GBS), einer
äußerst seltenen Nervenkrankheit, die bei 0,4 bis 2 Fällen pro 100.000
Einwohner pro Jahr auftritt. Die Krankheit ist heilbar - der Heilungs-
prozess zieht sich allerdings über einen langen Zeitraum hin und
erfordert viel Willen und Geduld.
Erika Hörstermann erinnert sich noch ganz genau an den 13. Mai 2007.
An diesem Tag waren Tills Beine plötzlich lahm und er konnte nicht
mehr auftreten. Er kam ins Bathildiskrankenhaus nach Bad Pyrmont
und wurde an der Wirbelsäule operiert. „Die OP stand sowieso an, da
er schon länger Probleme mit dem Rücken hatte“, erläutert die Mutter.
Zwei Tage später, am 15. Mai, konnte Till nur noch den Kopf etwas
bewegen und sprechen - sein Körper war total gelähmt. „Es war ein
Albtraum“, so die besorgte Mutter. Die Pyrmonter Ärzte stellten GBS
fest. „Till sollte nach Hannover verlegt werden“, erzählt Erika Hörstermann.
Sie ist dankbar, dass die Ärzte in Pyrmont ihr den Gefallen getan haben,
die Medikamente aus Hannover zu beschaffen, so dass sie ihren Sohn
weiterhin in der Nähe hatte. Am 28. Juni kam Till in die Neurologische
Klinik nach Hessisch Oldendorf. „Fünf Monate hat er nur gelegen und
nur den Kopf und die Schultern bewegen können“, berichtet die Rühlerin,
die jeden Tag zu ihrem Sohn fährt, „sonst bin ich nicht beruhigt“.
„Ich habe ihn gefüttert, ihm die Zähne und die Nase geputzt oder auch
Fliegen verscheucht“, erzählt sie von ihren Bemühungen, ihrem Sohn
unmittelbar beizustehen und betont, dass diese Aufgaben natürlich auch
vom Klinik-Personal wahrgenommen würden. Lobende Worte findet Erika
Hörstermann für die Ärzte und Mitarbeiter der Neurologischen Klinik, sie
alle würden sich sehr intensiv um Till kümmern.
Geduldig, ohne zu Klagen und sehr ehrgeizig bewältigt der 42-Jährige
täglich sechs Stunden Therapiearbeit. Nach fünf Monaten konnte er die
Finger etwas bewegen und seit einigen Wochen geht Till am Rollator -
kann aber noch nicht alleine aufstehen. „Das Gleichgewichtsgefühl war
völlig weg“, erläutert seine Mutter. Wenn sie jetzt nachmittags, wenn
Tills Therapien zu Ende sind, in die Klinik kommt, dann kommt ihr Sohn
ihr manchmal schon im Rollstuhl entgegen.
„Die Krankheit hat Till sehr verändert“, erzählt die fürsorgende Mutter.
War Till vor der Krankheit sehr verschlossen, so ist er jetzt wesentlich
aufgeschlossener, wenn natürlich nervlich auch noch sehr angeschlagen.
Wollte er vorher nie etwas mit dem Computer zu tun haben, so arbeitet
er jetzt begeistert daran und hofft, diese Erfahrungen eventuell für seine
spätere Arbeitsaufnahme nutzen zu können.


„Er hat nie den Mut verloren“

„Er hat nie den Mut verloren und immer daran geglaubt, dass er wieder
gesund wird“, lobt sie ihren jüngsten Sohn. Der - wie auch sie selbst -
viel Unterstützung von seinem Bruder Gernot (45) bekommt. „Ohne Gernot
und meine Nachbarn hätte ich diese schwere Zeit nicht durchgehalten“,
richtet Erika Hörstermann ihren Dank an ihre Nachbarn Heidi Wendt, Achim
Maslow, Helga Hoffmeister und Dieter Turowski, die im Garten helfen, das
Haus hüten, schon ein Geländer für Till angebracht haben, damit er bald
wieder in seine Wohnung kann und immer zur Stelle sind, wenn sie
gebraucht werden. Dankbar ist die Mutter auch dafür, dass sich Oberarzt
Dr. Olaf Lenz immer wieder für Till bei den Krankenkassen einsetzt. Und
damit Till nicht auch noch Zahnprobleme bekommt, war Zahnarzt Dr. Rolf-
Dietmar Oeler fünf Mal in Hessisch Oldendorf und hat ihn behandelt.
„Das ist nicht selbstverständlich“, dankt Erika Hörstermann.
Am 12. November hat Till Geburtstag. „Wir wünschen uns, dass er dann zu
Hause ist“, so die starke Mutter, die sich seit Jahren ehrenamtlich als vom
Amtsgericht eingesetzte Betreuerin für Jugendliche und Erwachsene
engagiert. Weitere Unterstützung versprechen sich Mutter und Sohn von
einer Selbsthilfegruppe in Mönchengladbach, der sich Till angeschlossen hat.

Till Hörstermann mit seinem Therapeuten Christian Zarski, der seit einem Jahr erfolgreich mit ihm arbeitet. (Foto: dy)


E. Hörstermann (Foto: dy)


Da auch das Gleichgewichtsgefühl weg ist, muss Till beim Laufenlernen noch angeschnallt werden. (Foto: dy)


Legnum berichtet als Patient, 18.12.2008:
Der Unterricht umfasst mehrere Gebiete und es gibt auch Aufgaben, bei denen man gut nachdenken muss.
Dieser Unterricht hilft, dass man sonst Alltägliches von z.B. der Arbeit nicht vergisst.
Die Zimmer sind gut ausgestattet. Am Ende jeder Woche wählt man mit einem Menüzettel das Essen für die
darauffolgende Woche. Das Personal ist sehr nett.



markus0806 berichtet als Patient, 18.12.2008:
Ich bin zurzeit noch Patient in der Klinik und kann nur eine sehr positive Bewertung abgeben.
Als Schlaganfallpatient bin ich im September hierher gekommen und voraussichtlich noch bis Ende Februar
hier stationär. Seitdem hat sich mein Zustand arg verbessert, mein Gangbild entwickelt sich immer noch
positiv und der linke Arm, der vor einigen Monaten noch nahezu vollständig gelähmt war, lernt täglich neue
Bewegungen und die Feinmotorik in der linken Hand verbessert sich ebenfalls ständig. All das habe ich dieser
Klinik und Ihren Therapeuten zu verdanken, die sich hier freundlich und gewissenhaft um jeden Patienten
kümmern. Auch die Therapien in der Neuropädagogik sind sehr gut und tragen zu meiner Genesung und
Wiederherstellung bei.
Insgesamt kann ich daher nur ein riesengroßes Lob an die Klinik und ihr Personal aussprechen.



Zephyr berichtet als Patient, 18.12.2008:
Das Pflegepersonal hat sich aufopferungsvoll um die Patienten gekümmert. Die Schwestern und Pfleger
waren immer freundlich. Ich habe trotz meines Schlaganfalles viel gelacht und hatte Spaß. Wenn ich jetzt
auf dem Weg zu den Therapien die Schwestern und Pfleger der Krankenhausstationen treffe, werde ich
immer mit einem freundlichen Lächeln begrüßt.



Thomas79 berichtet als Patient, 18.12.2008:
Ich war jetzt mehrere Monate hier Patient und kann eigentlich nur Positives vermerken. Die Therapien haben
mich ordentlich voran gebracht. Im Rollstuhl bin ich hierher gekommen, und jetzt gehe ich „nur noch“ am
Stock.



s_strolch berichtet als Patient, 18.12.2008:
Vorweg: Ich bin seit Oktober 2007 von einem Kopftumor befreit und seit dem auf dem Weg der Genesung.
Mein Weg ging über eine erste Reha Anfang 2008 in einer anderen Einrichtung über erstrittene ambulante
Therapien bis zur Reha an der Neurologischen Klinik Hessisch Oldendorf seit Oktober 2008 bis dato. Und
von mir kommt Lob für die Einrichtung.
Ich habe den direkten Vergleich mit anderen Einrichtungen und Erfahrungsberichten von Fachkräften der
Branche aus einem anderen Kreis. Ich kann diese Einrichtung nur empfehlen. Das Behandlungskonzept konnte
ich mit den Ärzten gut für mich aufstellen und auch zwischenzeitlich auf die Gegebenheiten anpassen. Und
der beste Beweis ist der Erfolg- ich bin konkret auf dem Weg zurück an meinen alten Arbeitsplatz. Und da ich
hauptsächlich meinen Kopf für diese Tätigkeit gebrauchen muss, wird der erzielte Erfolg von mir in ein noch
besseres Licht gestellt.
Wunderheiler gibt es in Sagen- die mediz. Behandlung hier kommt da aber ziemlich nahe heran.
Und dann spielt die Unterbringung mit weniger als 4 Sternen keine Rolle!!!



Andi81 berichtet als Patient, 18.12.2008:
ich bin Student und hatte nun mit 26 Jahren einen Schlaganfall. Anfangs war ich in Kliniken im Osnabrücker
Raum unterwegs und wurde dann glücklicherweise in die NKHO verlegt. In dieser Klinik stimmt aus medizinisch-
therapeutischer Sicht alles, soweit ich das beurteilen kann. Und ich kann! Nach allem, was ich durchgemacht
habe!! In dieser Klinik existiert wenigstens mal ein gescheites Gesamtkonzept für die Therapien. Alle
arbeiten Hand in Hand und man hat den Eindruck, dass alles wirklich sehr fähige und engagierte Therapeuten
sind! Ganz besonders die Abteilung der Physiotherapie /Krankengymnastik ist hervorragend. Immerhin kann
ich nach einem halben Jahr im Rollstuhl schon wieder sehr gut mit Handstock laufen und ohne Stock immerhin
auch schon ganz ordentlich. Das hätten nicht alle geschafft, bei einem so schweren Schlaganfall mit 2
Wochen Koma und Schädel-Hirn-Operation (Kraniotomie) sowie einer erneuten Hirnblutung danach. Manche
Ärzte hatten Anfangs schon gesagt: „Der steht nicht mehr auf“. Ich freue mich schon darauf, diese Ärzte im
Januar mal zu besuchen;) Mich ärgert eigentlich nur maßlos, dass ich nicht schon viel früher nach Hessisch
Oldendorf verlegt wurde. Und natürlich trifft man vereinzelt auch Personen, die man weniger mag als andere.
Das gilt für jede andere Alltagssituation auch und ist natürlich in einer Klinik auch so. Aber die meisten hier
geben sich wirklich viel Mühe.



jago_nymphi berichtet als Patient, 18.12.2008:
Gute Behandlungen; ich hatte am Anfang Probleme mit dem Laufen, und jetzt kann ich es fast ohne Hilfe
(nur mit Stock). Das, was behandelt werden kann, wird auch behandelt!



Hannover74 berichtet als Patient, 19.12.2008:
Als ich hierher nach Hessisch Oldendorf zur Vorbereitung auf meine berufliche Reha wechselte, hatte ich
zunächst mit dem ungewohnten Belastungstraining auf dem kognitiven Sektor „zu kämpfen“ (Hirnleistungstraining
in allen Varianten). Zusätzlich wurde reichlich Physiotherapie angeboten, an der ich von Beginn an
begeistert teilnehme. Anfänglich konnte man mich abends regelmäßig „in der Pfeife rauchen“, da ich vor
Müdigkeit fast immer „durchhing“.
Mit der Zeit wurde es besser. Ich muss jetzt, wo ich schon einige Zeit hier bin, feststellen, dass mich gerade
die Kombination aus Hirnleistungstraining und täglicher Physiotherapie sehr fordert und auch fördert – im
positiven Sinne! Mittlerweile habe ich mich an die starke Belastung (die es damals für mich war- und auch
immer noch ist!) gewöhnt und auch von meiner Umwelt (Familie, Freunde und Bekannte) bekomme ich nur
positive Rückmeldung!
Was für mich wichtig ist, ist, dass das persönliche Umfeld stimmt. Nun hat man während der Zeit hier –
gerade, wenn man stationär untergebracht ist - relativ viel Kontakt zu Mitpatienten. Dieser wird unterstützt,
wenn vom Freizeittreff der Klinik unterschiedliche Ausflüge (Besuche im Kino, Besichtigungen von kulturelle
Stätten, Spieletreffen in den Räumen des Freizeittreffs, …) angeboten werden. Auch ist ein persönliches
Wort von Mitarbeitern (sei es Bedienstete aus z.B. dem Speisesaal oder die Stationsschwestern) oft sehr
hilfreich und aufbauend. Hier habe ich stets freundliche Unterstützung erfahren!
Alles in einem möchte ich sagen, dass ich ohne die kombinierten Therapien (geistig wie auch körperlich)
hier in Hessisch Oldendorf noch lange nicht so weit in meiner Rehabilitation fortgeschritten wäre. Natürlich
gehört immer eine gehörige Portion Eigenantrieb dazu! Diese wird in Hessisch Oldendorf in jeglicher Hinsicht
unterstützt.



itis berichtet als Patient, 19.12.2008:
Ich schreibe als Patient der Klinik. Ich bin hier auf Anraten meiner Klinik in Berlin zur AHB und habe
bewußt die weite Entfernung in Kauf genommen, weil mir mitgeteilt wurde, dass diese Klinik langjährige
Erfahrung auf dem Gebiet der Gehirnschäden hat, sehr gute Erfolge zu verzeichnen hat und weil sie sowohl
ein großes Spektrum als auch jede Phase von Gehirnschädigungen/-erkrankungen abdeckt. UND SO IST ES
AUCH!
Es werden hier alle Schweregrade von Schlaganfallpatienten und Unfallopfer behandelt. Also alles Menschen
jeden Alters, die plötzlich und unerwartet aus ihrem täglichen Leben gerissen wurden. Die Klinik bietet eine
hohe Vielfalt und Intensität von Therapiemöglichkeiten. Es werden hier in hohem Umfang die Bereiche
Wasseranwendungen, Neuropädagogik, Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprachtherapie, berufs- und
schulbegleitende Schulungen, Neuropsychologie (Konzentration/Aufmerksamkeit), Computertraining in
allen Bereichen/Programmen, Hauswirtschaft, Holz- und Metallwerkstatt angeboten.
Die massive Häufung von schweren Schicksalen könnte einen zunächst erdrücken. Aber es ist genau andersherum:
Schnell bekommt man mit, mit welch ungewöhnlicher Intensität und Geduld die jeweiligen Therapeuten jeden
einzelnen Patienten auf seinem jeweiligen Leistungsstand aufnehmen und in täglicher Sysiphusarbeit zu jedem
noch so kleinen Fortschritt führen und bis zur bestmöglichen Genesung begleiten.
Dies erfolgt in stets freundlicher entspannter Atmosphäre, die Therapeuten sind jederzeit ansprechbar, setzen
Wünsche/Bedürfnisse sofort um. Ich selbst habe noch nicht einen unfreundlichen Therapeuten erlebt. Ich
fühle mich sehr gut aufgehoben. Ich selbst bin zum Glück relativ mobil, bin also nicht auf fremde Hilfe bei
Körperpflege, Anziehen oder Essen angewiesen. Zu dem Pflegepersonal kann ich daher keine Einschätzung
abgeben. Aber die Therapeuten sind hochmotiviert, sehr gut ausgebildet und arbeiten in einem perfekt abgestimmten
Team miteinander.
Für die Freizeitgestaltung bieten 2 Sozialpädagogen Raum für z.B. Internet, Gesellschaftsspiele, Gespräche,
Filmabende, Ansprache - also für therapieunabhängigen sozialen Kontakt der Patienten untereinander, Aus-
flüge ins Umland werden angeboten.
Die Klinik selbst ist sehr schön gelegen, eingebettet im Weserbergland, angebunden an einen kleinen ruhigen
Ort. Wäre man nicht krank, könnte sogar ein Urlaubsfeeling aufkommen. Störend wirkt sich lediglich,
zumindest bei längerer Aufenthaltsdauer auf der Station der „Mobilen Patienten“, die recht einfach gestaltete
Unterbringung aus. Hauptsächlich 2-Bettzimmer geben keinen Raum für Rückzugsmöglichkeiten oder Privatsphäre.
Da hofft man stets auf einen netten Zimmernachbarn. Das Problem wurde aber erkannt. Derzeit werden diverse
Bereiche renoviert. Das Essen ist gut und reichhaltig.
Im Ganzen gesehen sind diese kleinen Punkte aber nebensächlich. Wichtig ist mir allein der Heileffekt - und
der ist hier GARANTIERT



good fellow berichtet als Patient, 19.12.2008:
Ich bin nun seit Februar 2007 in stationärer Behandlung in der Klink Hessisch-Ordendorf. Nun ich kam hier
allerdings in einem sehr schlechten Zustand nach einem schweren Autounfall an und begann mein Leben
hier komplett neu. Jetzt fast zwölf Monate später muss ich sagen, es war das Beste was mir passieren konnte.
Ich lag direkt nach meinem Unfall auf einer Intensivstation eines anderen Krankenhauses und wurde dann
direkt nach Erreichen eines gewissen gesundheitlichen Grades nach Coppenbrügge überwiesen. Dort wurde
dann nach einer gewissen Zeit (ca. 4 Wochen) entschieden, dass ich meine Reha in Hess. Oldendorf machen
soll.
Gut, aller Anfang ist schwer und nach einigen Eingewöhnungstagen hatte sich die neue Umgebung an mich
und ich mich an die neue Umgebung gewöhnt. Jetzt nach so vielen Wochen kann und muss ich sagen, dass
hier nichts dem Zufall überlassen wird. Meine Therapien wurden von meinem behandelnden Arzt reiflich
überlegt und genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Auch von Mitpatienten hörte ich über ihren Therapieplan
genau das gleiche. In haargenau problembezogenen Therapien, egal ob nach Schlaganfall, Autounfall
Arbeitunfall oder irgendeiner anderen Erkrankung in neurologischer Hinsicht, wird genau auf die Problematik
eines Jeden eingegangen und man ist wirklich nicht nur eine Nummer auf einem Bogen oder Formular.
Auch der Sozialdienst steht kompetent mit Rat und Tat zur Seite.
Was ich als letztes sagen möchte ist, dass auch das Essen hier (drei Mahlzeiten pro Tag plus jeglicher denkbarer
Früchte zum Mitnehmen für den Hunger zwischendurch) wirklich ausgezeichnet ist. Natürlich sind wir alle in
einem Krankenhaus und werden von einer Küche versorgt, die es nun mal nicht allen Recht machen kann.
Im Großen und Ganzen kann man sich allerdings nicht beschweren.
Lieben Gruß an alle, die hier her kommen möchten...GUTE WAHL!!!